Pressemitteilung Inter-tabac 2011

Die Tabakbranche nach schwachem Jahr 2010 wieder im Aufwind

Vor dem Hintergrund von weiteren stringenten Rauchverboten (z.B. in Bayern) und konstant hohem Konsum von nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten war der Markt für Tabakerzeugnisse in Deutschland nach einem positiven Jahr 2009 in 2010 wieder leicht rückläufig. Mit einem Umsatz von insgesamt 22,52 Mrd. € in 2010 gegenüber 22,78 Mrd. € im Vorjahr musste der Kleinverkaufswert aller versteuerten Tabakwaren wie Fabrikzigaretten, Feinschnitttabak, Pfeifentabak sowie Zigarren/Zigarillos ein Minus von über 250 Mio. € zu Lasten von Fiskus, Industrie und Handel verzeichnen. Die Zahlen für das 1. Halbjahr 2011 zeigen jedoch ein etwas positiveres Bild: Insgesamt konnte im 1. Halbjahr 2011 mit 11,65 Mrd. € ein Umsatzplus der Summe aller Tabakprodukte von über 600 Mio erzielt werden. Ob dieser Trend von Dauer ist und sich im 2. Halbjahr fortsetzen bleibt abzuwarten.

Tabaksteueranhebung zum Mai erfüllt bislang die Erwartungen

Zum 1. Mai 2011 ist die erste von fünf Tabaksteueranhebungen bis 2015 in Kraft getreten. Für Zigaretten und Feinschnitt sieht das Fünfstufige Modell steuerlich gleich hohe Anhebungen auf der Basis 1.000 St = 1 kg vor. Hinzu kommt für Feinschnitttabake eine Änderung in der Mindestbesteuerung, die gerade preisgünstige Feinschnitttabake um bis zu 70 Cent/40 g Pouch deutlich stärker angehoben hat.

Die Tabaksteuereinnahmen im 1. Halbjahr 2011 sind in der Folge um über 7 % angestiegen. „Wir gehen davon aus, dass die seitens des Bundesregierung erwarteten Mehreinnahmen von 200 Mio € in 2011 am Jahresende eher noch übertroffen werden.“, sagt Patrick Engels, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Pöschl und Vorsitzender des VdR und des Tabak Forums. „Wir stehen Steueranhebungen naturgemäß kritisch gegenüber. Die maßvollen und stufenweisen Anhebungen in Anlehnung an die allgemeine Preisentwicklung über einen Fünf-Jahreszeitraum gibt Politik und Verwaltung auf der einen Seite sowie Industrie und Groß- sowie Einzelhandel auf der anderen Seite eine größere Rechts- und Planungssicherheit. Dies hat uns letztlich veranlasst dem Modell zuzustimmen obschon Feinschnitttabake überproportional angehoben werden.“

Feinschnitttabak und Pfeifentabak entwickeln sich im 1. Halbjahr 2011 positiv

Der Markt für Rauchtabake entwickelt sich nach den bisherigen Angaben aus der offiziellen Banderolenstatistik des Statistischen Bundesamtes im 1. Halbjahr 2011 trotz Steueranhebung positiv. Feinschnitttabake konnten ein Wachstum um ca. 900 t (= 6,9 %) verzeichnen, bei Pfeifentabaken konnte ein Plus von 56 t (+ 16,5 %) festgestellt werden. Allerdings ist das Plus bei Feinschnitt auf den Zuwachs bei schnittoptimierten und Volumentabaken zurückzuführen; klassische Feinschnitttabake zum Drehen und Stopfen sind aktuell allenfalls stabil. Zudem ist die Zunahme bei Pfeifentabaken ausschließlich auf ein Plus bei Wasserpfeifentabaken zurückzuführen. Dennoch zeigt sich Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer im Verband der deutschen Rauchtabakindustrie, insgesamt positiv. „Die derzeit positiven Marktdaten bestätigen, dass eine Fiskalpolitik mit Augenmaß in einem hart umkämpften und sehr streng regulierten Markt Werte schaffen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn mit Blick auf Feinschnitttabake deren fiskalische Pufferfunktion gegenüber nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten beachtet wird.“.

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