Pressemitteilung zur Inter-tabac 2013

Anlässlich der diesjährigen Inter-tabac informiert der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. über den Stand des Verfahrens zur Novelle der Tabakproduktrichtlinie: Trotz der Verschiebung der zentralen Abstimmung im Europäischen Parlament auf den 8. Oktober 2013 aufgrund erhöhten Beratungsbedarfs seitens der Abgeordneten befürchtet der Verband massive Auswirkungen insbesondere auf kleinere und mittelständische Unternehmen. Patrick Engels (37), ehrenamtlicher Vorsitzender des VdR und selbst mittelständischer Tabakhersteller in der vierten Familiengeneration erläutert hierzu kurz die schwerwiegendsten Auswirkungen:

„Die Novelle der Tabakproduktrichtlinie stellt nicht nur eine Gängelung von Industrie, Handel und Verbrauchern dar, sondern an vielen Stellen ein Vernichtungsprogramm für kleine und mittelständische Anbieter von Tabakerzeugnissen. Als Beispiel sind u.a. zu nennen, das Verbot sämtlicher geschmackbildender Aromen (u.a. bei Feinschnitttabak), welches zu einem geschmacklichen „Einheitsprodukt“ führt. Das möchten wir nicht und unsere Konsumenten erst recht nicht. Eine wissenschaftlich fundierte Basis nebst Begründung fehlt hier ebenso wie bei den Beschränkungen der Packungsformate (z.B. auf würfelförmige/zylindrische Formen). Ein weiteres Beispiel ist die Einführung von übergroßen Schockbildern mit 75 % der jeweiligen Schauseite. Besonders verärgert uns, dass die Warnhinweise auf Dosen etc. keine obere Grenze mehr aufweisen, also unbegrenzt weiterwachsen. Durch den zwingend vorgeschriebenen Aufdruck der Warnhinweise an der oberen Kante der Verpackung sehen wir zudem die Anbringung der Steuerbanderole an gleicher Stelle gefährdet, da diese laut Kommissionsvorschlag nicht in den Warnhinweis hineinreichen darf. Eine weiterer Punkt ist das Verbot von etlichen Produktbezeichnungen: Warum darf z.B. ein Pfeifentabak nicht mehr angeben, wonach er schmeckt? Warum dürfen heutige Markennamen nicht mehr verwendet werden, obwohl sie seit Jahrzehnten bekannt sind?

Schließlich sorgt uns die bevorstehende Einführung eines hochkomplexen Tracking und Tracing Systems für alle Tabakerzeugnisse: Schon heute gibt es auf allen unseren Verpackungen einen sog. „Batchcode“, durch den man Hersteller, Ort und Datum der Produktion etc. nachverfolgen kann. Das seitens der Kommission vorgeschlagene System sollte sich am Anti-Schmuggelprotokoll der WHO orientieren, geht jedoch weit über Selbiges hinaus. So soll jedes Produkt bereits in der Produktion mit einem Code versehen werden, der den genauen Transportweg zum Großhändlerund zum Einzelhändler beinhaltet. Für mittlere und kleinere Unternehmen stellt dies schlicht eine faktische Unmöglichkeit dar.“

Der Markt für Feinschnitttabake musste in 2012 gemäß amtl. Banderolenstatistik einen Rückgangvon – 0,45 % auf 26.922 t verzeichnen. Ebenfalls rückläufig war das 1. Halbjahr 2013 mit einem Rückgang um 608 t oder – 4,8 % auf 11.937 t. Parallel dazu konnten aufgrund der weiteren Tabaksteuererhöhung im Rahmen des Fünf-Stufen-Modells die Tabaksteuereinahmen aus Feinschnitttabak in 2012 auf 1,77 Mrd. € gesteigert werden (2011: 1,60 Mrd. €). Im 1. Halbjahr2013 lagen sie mit 785 Mio € um 15 Mio € leicht unterhalb des Vorjahresniveaus.

Pfeifentabake konnten in 2012 mit 1.029 t ein leichtes Plus verzeichnen, welches nach Marktkenntnis allerdings auf dem Zuwachs bei Wasserpfeifentabaken beruht. Klassische Pfeifentabake waren in 2012 und auch im 1. Halbjahr 2013 leicht rückläufig.

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