Schockbilder sind sinnlose Anti-Werbung

Packungen mit Zigaretten oder Tabak müssen ab 20. Mai 2016 Schockbilder und Warnhinweise tragen. / VdR warnt vor falschen Erwartungen und mahnt zur Rückkehr zu einem aufgeklärten Verbraucher-Leitbild: „Schockbilder werden kaum jemanden vom Rauchen abhalten“.

Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. (VdR) warnt vor falschen Erwartungen an die Schockbilder: „Der Gesetzgeber hat offenbar ein völlig überzogenes Bild von Werbewirkung: Diese sinnlose Anti-Werbung wird genausowenig
jemanden vom Rauchen abhalten, wie Tabakwerbung kaum jemand zum Rauchen verführen kann. Verbraucher sind keine dressierten Hunde, deren Handlungen von irgendwelchen Schlüsselreizen der Werbung ausgelöst werden, sondern sie sind souveräne Konsumenten, die sich nun als Raucher täglich eine so plumpe Ansprache aufzwingen lassen müssen. Die Entscheidung zum oder gegen das Rauchen ist von vielen anderen sozialen und kulturellen Faktoren bestimmt. Deshalb ist eine breit angelegte Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken und Maßnahmen der Prävention allemal wirkungsvoller als platte Bildchen,“ sagt VdR-Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster.

Die Bundesregierung, die offenbar das Rauchen mittels werblicher Gebote und Verbote eindämmen will, sollte einmal innehalten und ihre Strategie überdenken. Michael von Foerster: „Alle Erfahrungen mit Verboten haben gezeigt, dass noch nicht einmal diese Maßnahme den Konsum von bestimmten Produkten unterbinden kann. Deshalb sollte der Staat endlich mit der Entmündigung und Bevormundung der Verbraucher aufhören.“

Der VdR fordert die Bundesregierung auf, zu einem aufgeklärten Verbraucher-Leitbild, das schließlich auch in anderen Gesetzgebungsverfahren zur Anwendung komme, zurückzukehren. Der verständige Verbraucher, der angemessen informiert und aufmerksam ist, ist grundsätzlich in der Lage, Informationen kritisch zu verarbeiten und zu hinterfragen. Von Foerster: „Es muss Schluß sein mit einer autoritären Gesundheitspolitik, die gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten definiert und dann an den Pranger stellt und damit pauschal Verbraucher diskriminiert. Heute geht es gegen Tabak, morgen gegen Alkohol, Zucker, Fette und Autos.“

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