Kolumne: Marx & Engels (August 2014)

Keine Angst mehr vor Massentourismus dank MAUT!

Marx und Engels bringen es auf den Punkt. Die im VdR Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. tatsächlich existenten Herren Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer des VdR, und Patrick Engels, Vorsitzender des VdR, werfen im monatlichen Rhythmus einen augenzwinkernden Blick auf Dinge des Zeitgeschehens.

kolumne-marx-engelsMarx: Noch Fragen, Engels?

Engels: Sicher Marx! Ist die Maut jetzt ausgleichende Gerechtigkeit gegenüber der Schweiz und Österreich oder einfach eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?

Marx: Schwer zu sagen. Zuallererst fällt auf, dass Deutschland mit dieser „Infrastrukturabgabe“ wieder mal eine Mauer baut, nur diesmal unsichtbar und um ganz Deutschland. Und „Rübermachen“ wird teuer.

Engels: Aber sollen wir nicht gerade eine große gleichberechtigte EU-Familie werden?

Marx: Deswegen müssen ja auch alle und überall bezahlen! Überlegen Sie doch mal wie viele neue Traumberufe da entstehen! Zum Beispiel der Maut-Erfassungs-Kontrolleur oder der Maut-Steuer-Verrechnungsbeamte …

Engels: Aber was, wenn die Maut die Steuer um sagen wir 1 Euro 50 übersteigt?

Marx: Dann kriegt man sogar noch was raus! Das macht dann der Maut- Rückzahlungssachbearbeiter. Es ist an alles gedacht!

Engels: Dummerweise hat der EU-Verkehrskommissar bemerkt, dass nur die Deutschen das Geld via KFZ-Steuer zurückbekommen. Diskriminierungsalarm! Sollte es trotzdem klappen, ist eins ja wohl klar: Holland, Belgien und die anderen EU-Freunde werden da nicht lange zuschauen und es uns ihrerseits mit Maut heimzahlen. Eine europäische Reisesteuer ist geboren!

Marx: Besonders Holland ist empört, ist doch der „kleine Tankverkehr“ empfindlich getroffen. Beim „großen Urlaubsverkehr“ hat sich zumindest kein Niederländer beschwert. Da konnten sie das mautpflichtige Frankreich gemütlich auf deutschen Autobahnen umfahren …

Engels: … um dann im mautpflichtigen Österreich Urlaub zu machen. Das könnte sich nun drastisch reduzieren und wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen: Einem Käseembargo! Die Wohnwagen-überholt-Wohnwagen-Situation wird mir jedenfalls fehlen. Wann sonst kann man seine Bremsen mal so bis zum Anschlag testen?

Marx: Tja, aber unterm Strich kann man seine teuer hingebaute Infrastruktur ja auch nicht einfach so abnutzen lassen. Und was ist mit Fahrradfahrern und Fußgängern? Da gibt es doch auch Abrieb! Und Badeseen und Ostseestrände? Ist nicht alles irgendwie ein bisschen Infrastruktur?

Engels: Sie sagen es! Solche touristischen Ballungszentren sind natürlich besonders lukrativ. Wie wär’s mit einem Vignettentanga für Oben-Ohne-Strände? Sie können ihn in jeder Eisbude kaufen und kommen für die Dauer ihres Urlaubs in den Genuss von sauberem Sand, Badestegen und Rettungsschwimmern. Als großzügige Geste ist die Anzahl der Badegänge nicht limitiert.

Marx: Aber erst mal darf angezweifelt werden, ob das „Es wird keine Ausnahmen geben“ – Konzept so durch den Bundesrat geht. Oder ob der Versuch, es allen recht zu machen, dann doch wieder ein zu einem typisch deutschen Bürokratiemonster führt.

Engels: Hat auf jeden Fall viel Unterhaltungspotential für lange kalte Winterabende …

Marx: … abgerundet mit einem schönen Glas Wein und einer gemütlichen Pfeife …

Engels: Die passt zum Glück ja zu vielen Gelegenheiten. Zum Beispiel dem Ende eines Gespräches über Maut. Gehen wir?