Kolumne: Marx & Engels (Dezember 2014)

Weihnachtswünsche

Marx und Engels bringen es auf den Punkt. Die im VdR Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. tatsächlich existenten Herren Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer des VdR, und Patrick Engels, Vorsitzender des VdR, werfen im monatlichen Rhythmus einen augenzwinkernden Blick auf Dinge des Zeitgeschehens.

kolumne-marx-engelsMarx: Na, noch Fragen, Engels?

Engels: Eine aus aktuellem Anlass, Marx – würden Sie eigentlich gerne an den Weihnachtsmann glauben?

Marx: Ach Engels, hätten Sie gefragt, ob ich an das Christkind glaube, hätte ich Ihnen mit leuchtenden Augen aus meiner Kindheit erzählt. Mit dem Weihnachtsmann jedoch, als Erfindung der amerikanischen Getränkeindustrie – wie soll ich sagen –, komme ich nicht so recht auf einen grünen Zweig.

Engels: Seien Sie doch ein bisschen lockerer und weltoffener, Marx. Ich finde es relativ egal, ob Kinder an das Christkind oder den Weihnachtsmann glauben, Hauptsache, sie tun es. Das schafft Vertrauen ins Leben. Ich für meinen Teil jedenfalls bedauere, dass ich schon etwas länger nicht mehr an den Weihnachtsmann glaube. Deshalb möchte ich wenigstens den Glauben nicht verlieren, dass sich die Dinge auch zum Besseren wenden können.

Marx: Ehrlich gesagt kann ich Ihnen nicht ganz folgen, Engels. Sehen Sie sich doch um in der Welt, es brennt doch an allen Ecken. Spontan fallen mir unter Wende zum Besseren höchstens die Benzinpreise ein.

Engels: Die auch. Aber in unserem Fall geht es doch eher um andere Dinge. Um Grundsätzliches. Zum Beispiel um die Wahlfreiheit des Genussmittels Tabak. Ich möchte an offene und konstruktive Gespräche mit den EU-Behörden glauben. Daran, dass niemand wirklich an Einheitstabak interessiert ist, an Einheitsverpackungen und an einem Ende der Produktvielfalt. Ich glaube nicht an Gleichmacherei, sondern an Fairness, Toleranz und Weltoffenheit, auch von nichtrauchenden Zeitgenossen.

Marx: Sie verwundern mich, Engels. Was stimmt ausgerechnet Sie so milde? Ihr Glaube könnte sich als noch ein Stück weit naiver entpuppen als der Glaube ans Christweihnachtsmannkind.Engels: Ach Marx, Glaube hängt doch immer mit Hoffnung zusammen. Und wenn ich etwas partout nicht verlieren möchte, ist es die Hoffnung.

Marx: Dann kann ich für Sie nur hoffen, dass das Christkind, oder meinetwegen auch der Weihnachtsmann, zum Fest allgemein und speziell Erleuchtung beschert. Mancherorts vielleicht sogar ein Päckchen mehr. Sie werden aber verstehen, dass ich da ein wenig skeptisch bin.

Engels: Mehr Vertrauen, Marx! Dieses Modell Einheitsmensch, mit dem uns allen gedroht wird, ist in der Geschichte doch leidlich strapaziert und probiert worden, und es hat sich nie durchgesetzt – weder bei Mao noch in der DDR oder dem restlichen Ostblock. Die Geschichte der Menschheit ist eine vom Kampf um Freiheit und Individualität. Und ganz abgesehen davon, auch eine der Genussmittel.

Marx: Darüber werden Sie jetzt aber bitte nicht stundenlang dozieren. Noch eine Frage von mir: Glauben Sie, die Politik lernt aus der Geschichte?

Engels: Na ja, ich hoffe es zumindest.

Marx: Ach Engels, ich glaube, ich habe draußen gerade den Weihnachtsmann gesehen. Kommen Sie, lassen Sie uns gleich eine mit ihm rauchen.