Kolumne: Marx & Engels (Februar 2013)

Marx und Engels bringen es auf den Punkt. Die im VdR Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. tatsächlich existenten Herren Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer des VdR, und Patrick Engels, Vorsitzender des VdR, werfen im monatlichen Rhythmus einen augenzwinkernden Blick auf Dinge des Zeitgeschehens.

kolumne-marx-engelsMarx: Na, noch Fragen, Engels?

Engels: Ja, Marx, eine besorgte: Was wird jetzt aus Helmut Schmidt?

Marx: Es ist wie immer etwas schwer, Ihnen zu folgen, Engels. Wesbezüglich meinen Sie?

Engels: Die EU will ihn doch verbieten. Was also wird aus ihm? Muss er ins Exil? Geht er in den Untergrund? Oder fällt er doch noch unter Artenschutz?

Marx: Ah, jetzt fällt der Groschen. Sie meinen die jüngsten Pläne jener europäischen Kommission der Unbegreiflichen in Sachen Tabak: Schockbilder und Einheitspackungen, Verbot von Feinschnittdosen, dazu ein Verbot von Aromastoffen, also das faktische Aus von Schnupftabak, aromatisiertem Feinschnitt und Menthol-Zigaretten. Und somit der Entzug einer Existenzgrundlage Helmut Schmidts. Er hätte tatsächlich allen Grund, dies persönlich zu nehmen.

Engels: Zweifellos. Man fragt sich, was diese Kommission eigentlich gegen ihn hat.

Marx: Womöglich, lieber Engels, ist dem Brüsseler Bürokratie-Kraken vor allem eines höchst suspekt – der mündige Bürger. Jener, der selbst entscheidet, ob er eine altmodische Glühbirne oder eine hochgiftige Energiesparlampe benutzen will. Oder der eigenständig bestimmt, welche Genussmittel er zu sich nimmt und welche nicht. Denkenden Menschen misstraut man in den Sphären des gehobenen bürokratischen Irrsinns ganz offensichtlich zutiefst.

Engels: Vermutlich ist die Annahme höchst naiv, dass Staatsdiener, auch wenn sie zur EU gehören, dem Staat dienen würden und nicht umgekehrt. In ihrem Selbstverständnis maßen sich die EU-Kommissare viel mehr einen Erziehungsauftrag für die Bürger an, noch dazu mit höchst zweifelhaften und zutiefst undemokratischen Maßstäben. War es wirklich das, was mit der europäischen Idee gemeint war – ein geeintes Europa mit normierten Einheitseuropäern zu befüllen?

Marx: Konsequent in der verqueren Kommissionsdenke wäre dann freilich, dem minderbemittelten Bürger das Spielzeug wegzunehmen, sprich, den Genuss von Tabak komplett zu verbieten.

Engels: Aber nicht doch, Marx. Allein der deutsche Staat kassiert Jahr für Jahr mehr als 14 Milliarden Euro Tabaksteuer. So weit geht der Erziehungsauftrag denn doch nicht, dass die eigenen Pfründe davon betroffen wären.

Marx: Fragt sich nur, was als nächstes kommt. Ein Verbot von Riesling zugunsten von dänischem Chardonnay? Eine Verordnung, dass Fastfood nur mehr vegan und aus griechischer Ernte sein muss? Dass Autos über 55 PS in warnendem Orange lackiert werden? Oder Wollsocken unbedingt mit rutschfesten Noppen ausgestattet sein müssen?

Engels: Die traurige Wahrheit ist doch, lieber Marx: All das ist viel weniger abwegig als wir alle jetzt glauben mögen. Auch wenn es neulich bestritten wurde: Die europaweite Zwangseinführung von Wasser sparenden Duschköpfe, auch in regenreichen Gebieten, wird kommen.

Marx: Was Helmut Schmidt wohl zu all dem sagt?

Engels: Vermutlich, dass man eine EU-Kommission in dieser Verfassung in der Pfeife rauchen kann.

Marx: Dann lassen Sie uns das tun, lieber Engels. Zumindest symbolisch und mit aromatischem Tabak nach traditioneller Rezeptur. Haben Sie mal Feuer?