Kolumne: Marx & Engels (Februar 2014)

Wind of change…

Marx und Engels bringen es auf den Punkt. Die im VdR Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. tatsächlich existenten Herren Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer des VdR, und Patrick Engels, Vorsitzender des VdR, werfen im monatlichen Rhythmus einen augenzwinkernden Blick auf Dinge des Zeitgeschehens.

kolumne-marx-engelsMarx: Noch Fragen, Engels?

Engels: Natürlich! Spüren Sie nicht auch diese leichte Brise aus Brüssel, diesen zarten Vorboten der Veränderung? Sätze wie “Die EU mischt sich in zu viele Bereiche ein” und “es gibt vieles, was regional oder national einfacher zu regeln wäre” klingen doch wie verheißungsvolle Musik in meinen Ohren.

Marx: Natürlich begrüße ich den Ruf nach mehr Transparenz und Demokratie. Denn momentan scheint es, als hinge der Erfolg des Unternehmens Europa von Verordnungen über das Aussehen einer Pizza Margarita und der elektrischen Leitfähigkeit von Honig ab. Man könnte meinen, dass da ein Haufen Spaßvögel sitzt, die sich auf die Schenkel klopfen, wenn sie Seilbahngesetze für Länder ohne Seilbahnen erlassen. Totale Gleichschaltung und absurde Verordnungen verprellen jedoch ganze Industriezweige, bis dass der Klageberg zur höchsten Erhebung Europas anschwillt.

Engels: Es brodelt gewaltig in der Großküche EU und wenn die Verantwortlichen nicht wollen, dass ihnen die ganze Suppe um die Ohren fliegt, muss endlich Schluss sein mit der Einmischung in private Bereiche mündiger Bürger – da sind wir voll bei Ihnen, verehrter Parlamentspräsident Martin Schulz!

Marx: Wie konnte es soweit kommen? Liegt es vielleicht daran, dass man in Brüssel gefühlt weitab vom Schuss sitzt? Und es von dort etwas schwierig ist, das Ohr am Volk zu haben? Die Chance, europaweit wirken zu dürfen, könnte bei manchen bislang unauffälligen Politikern auch ungeahnte Ambitionen freisetzen, die sich dann in pedantischen Normen für Tabakverpackungen und Toilettenspülkästen entladen. Da drängt sich häufig der Eindruck auf, das Motto sei: “Ein bisschen Spaß muss sein…”

Engels: Das sind mögliche Erklärungen aber keine Entschuldigung dafür, dass hemmungslos Marken- und Eigentumsrechte verletzt werden. Heute sollen alle Tabakverpackungen gleich aussehen und morgen wissen sie nicht mehr, ob sie einen VW, Peugeot, Fiat oder einen Opel fahren.

Marx: Wo es doch offensichtlich jetzt schon schwer genug ist, das Lieblingsauto der Deutschen zu bestimmen. Soviel übrigens zum Thema Statistiken. Das gilt auch bezüglich der Studien der Anti-Tabak-Organisationen. Bekanntlich glaubt ja jeder auch nur der Statistik, die er selbst gefälscht habe.

Engels: Deshalb liebe EU-ler, sprechen Sie mit Ihrem Lieblingsitaliener im Quartier des Sablons oder ihrem Tabakhändler am Place Jourdan. Bringen Sie Bodenhaftung in die EUInstitutionen – und Sie werden staunen wie viel Sympathie ein bisschen Laissez-faire bringen kann. Dann würde man mit der EU nicht mehr nur Wettbewerbsbürokraten assoziieren, sondern das, was es eigentlich sein soll: Ein symbiotischer Zusammenschluss mit Vorteilen für alle: Europa der Vielfalt und der Regionen.

Marx: Und es ist so einfach. Denn wir fordern noch nicht mal ein Zurück zu alten Zeiten Rauchschwaden vernebelter Fernsehtalkshows, sondern nur ohne allgegenwärtige Diskriminierung mal eine rauchen zu dürfen reicht völlig. Apropos, ich habe hier einen ganz hervorragenden Tabak, den müssen Sie probieren…

Engels: Klingt wunderbar. Gehen wir!