Kolumne: Marx & Engels (November 2014)

UEFA und EU kooperieren

Marx und Engels bringen es auf den Punkt. Die im VdR Verband der deutschen Rauchtabakindustrie e.V. tatsächlich existenten Herren Franz Peter Marx, Hauptgeschäftsführer des VdR, und Patrick Engels, Vorsitzender des VdR, werfen im monatlichen Rhythmus einen augenzwinkernden Blick auf Dinge des Zeitgeschehens.

kolumne-marx-engelsMarx: Noch Fragen, Engels?

Engels: Ach Marx. Eine ganz Essentielle: Wie lange ist der Ball wohl noch rund und muss ins Eckige?

Marx: Huch. Sollte es Bestrebungen geben, dieses zu ändern, wäre mir dies komplett entgangen. Wird das künftig andersherum sein? Muss ich ums Allerheiligste meines Samstagnachmittags fürchten?

Engels: So sieht es aus, Marx. Die Schreckensnachricht lautet: Der Europäische Fußballverband UEFA hat eine Kooperationsvereinbarung mit der EU-Kommission geschlossen. Es geht – im schönsten Funktionärssprech – um Integrität des Sports, Wahrung von Menschenrechten und Menschenwürde, Nichtdiskriminierung und Solidarität und so weiter. Vordergründig jedenfalls.

Marx: Aber Sie wissen doch, Engels, derlei Erklärungen sind ebenso weit entfernt von konkreten Formulierungen wie von der Umsetzung. Alternativ könnten auch wir beide eine Kooperationsvereinbarung „Pro-Freibier-für-alle“ unterzeichnen. Aber was meinen Sie mit vordergründig?

Engels: Das liegt doch auf der Hand, Marx. Die Paarung von Sportfunktionären mit behördlicher Regulierungswut. Da kann nichts Gutes dabei rauskommen.

Marx: Glauben Sie tatsächlich, jedes 7:1 gegen Brasilien würde dann wegen außenpolitischer Hygiene per Dekret ausgeschlossen?

Engels: Viel schlimmer. Was ich befürchte, ist die normierte Krümmung von Bananenflanken. Oder eine einheitliche Größe von Torhütern, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden.

Marx: Verstehe. Laufwege sind vorher anzumelden, speziell im Fall Thomas Müller. Dabei ist auf die Einhaltung der länderspezifischen Straßenverkehrsordnung zu achten, insbesondere auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Fußgängerzonen. Kopie an die Herren Reus, Robben und Ronaldo. Trainer bedürfen einer Zertifizierung durch den TÜV. Und Jürgen Klopp darf sein Amt nur noch fernmündlich ausüben – Jugendschutz, Sie verstehen.

Engels: Aus Gründen der Chancengleichheit wird eine Frauenquote von 30 Prozent eingeführt. Aus dem gleichen Grund wird jeder beteiligten Mannschaft künftig ein Spielgerät, vulgo Ball, zur Verfügung gestellt.

Marx: Pro Spiel sind maximal drei Hackentricks und sieben Doppelpässe erlaubt. Diese sind jedoch vorher beim Schiedsrichter anzumelden. Und zwar schriftlich, zwei Durchschläge.

Engels, glauben Sie wirklich, dass das alles aus dieser Kooperationsvereinbarung entspringen könnte?

Engels: Nein.

Marx: Wie war dann noch mal Ihre Frage?

Engels: Ob wir vor der zweiten Halbzeit noch eine rauchen gehen sollen.