Interessenvertretung:
Transparenzgebot für alle

Die Tabakwirtschaft bringt sich transparent in politische Prozesse ein. Der VdR stellt seine Mitglieder und Forderungen offen dar. Das sollte in demokratischen Gesellschaften selbstverständlich sein – doch viele Interessenvertreter halten sich nicht daran.

transparenzDies betrifft auch NGOs, Forschungseinrichtungen und sogar UN-Organisationen, die gemeinhin als moralisch integer und uneigennützig gelten. Doch obwohl ihr Einfluss wächst, werden die Organisationen selten hinterfragt: Wie finanzieren sie sich? Welche Interessen verfolgen sie und ihre größten Geldgeber? Gerade beim Thema Tabak ist ein kritischer Blick erforderlich:

  • Umstrittene Verbindungen: Die Initiatoren mancher NGOs sind schlicht unbekannt. So wurde nach Informationen der Süddeutschen Zeitung der Wissenschaftliche Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) im Auftrag des Pharmakonzerns Novartis gegründet. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) spricht sich der WAT regelmäßig gegen E-Zigaretten und für Nikotinpflaster als Mittel zur Tabakentwöhnung aus – trotz umstrittener Wirkung. Auf diese Weise bedienen Suchtmediziner unter dem Deckmantel der Wissenschaft die Interessen von Novartis: Das Unternehmen vertreibt mehrere Nikotinersatztherapie-Produkte.
  • Fehlende Transparenz: Das BMEL veröffentlicht regelmäßig eine Liste seiner Gespräche mit Vertretern der Tabakindustrie – eine entsprechende Übersicht mit Gesprächspartnern aus den Reihen der Tabakgegner ist Fehlanzeige. So bleibt unklar, wie stark Lobbygruppen wie das DKFZ, der WAT oder das Forum Rauchfrei mit Bundesministerien und Abgeordneten zusammenarbeiten.
  • Selektive Anhörung von Interessen: Zu ihren Tabakkonferenzen 2014 und 2016 hat die WHO eine Vielzahl an Tabakgegnern eingeladen und ihnen ein öffentliches Forum geboten. Zugleich blieben Tabakanbauer, Industrie und Konsumenten außen vor – obwohl sie einen wertvollen Beitrag zu Lösungen wie dem Jugendschutz leisten können. Gleiches gilt für Konferenzen des DKFZ. Fairer Meinungsaustausch sieht anders aus.
  • Eingeschränkte Pressefreiheit: Einige Organisationen erlauben auf ihren Treffen kaum oder gar keine Medienvertreter. So fanden die letzten beiden WHO-Tagungen komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

who-haushalt-2015

Pluralismus und Offenheit gehören zusammen

hintergrund-e-zigaretteIn einer pluralistischen Gesellschaft müssen die Anliegen aller Interessengruppen gleichermaßen und unvoreingenommen gehört werden. Damit sich die Öffentlichkeit in aktuellen Debatten ein sachliches Urteil bilden kann, müssen für alle Beteiligten die gleichen Spielregeln gelten. Dazu zählt insbesondere Transparenz.

 

//  zurück